Florales/Garten

Tulpenzwiebeln mit Geschichte

Meine Lieben, ist jemand von euch schon mal auf die Idee gekommen, eine Tulpenzwiebel zu verspeisen? Wohl kaum, oder?
Tatsächlich haben aber Tausende von Holländern die Bollen während der Hungersnot im zweiten Weltkrieg gegessen, um zu überleben.
Schon viel früher, 1637, ist ein holländischer Seemann damit in die Geschichte eingegangen. Er war zum Essen eingeladen und glaubte, in der Zwiebel eine Beilage zum Fisch zu sehen. Sein Gastgeber dürfte darüber arg verärgert gewesen sein, denn das gute Stück soll für unsere heutigen Verhältnisse gute 25.000 Euro wert gewesen sein. Er hätte seinen Reichtum besser nicht auf dem Esstisch präsentieren sollen.

In dieser Zeit, in den dreißiger Jahren des 17. Jahrhunderts, fand die „Tulipmania“, der Tulpenwahnsinn, ihren ersten Höhepunkt. Im Lauf der Jahrhunderte waren schon viele Blumen modern, jedoch lässt sich nichts mit der Begeisterung für die Tulpe vergleichen. Man schmückte sich damit zu gesellschaftlichen Anlässen das Haar oder die Kleidung, die Schöne wurde zum Statussymbol.  Diese Begierde machte schließlich grosse Teile der niederländischen Bevölkerung  zu Tulpenzwiebel-Zockern, jeder wollte mit dieser Pflanze Geld verdienen. Man sagt, die teuersten Exemplare entsprachen dem Wert eines Amsterdamer Grachtenhauses. Bis dann das Angebot größer war als die Nachfrage –
die Folge war der erste große Börsencrash der Geschichte.
Zwar verbot der niederländische Staat daraufhin, die Zwiebeln als Wertobjekt zu handeln, der Tulpenhandel in Holland war damit aber nicht aus der Welt. Heute werden in den Niederlanden jährlich etwa 4,2 Milliarden Blumenzwiebeln gezogen, die Hälfte davon wird ins Ausland verkauft.

Allmählich geht in den Supermärkten und Blumenläden das Angebot an den farbenfroh leuchtenden Schnittbumen dem Ende zu. Dafür fängt jetzt die Tulpenblüte in den heimischen Gärten so richtig an. Ich finde das immer ein wenig schade: man hat sich seit Monaten an den Blüten im Haus sattgesehen. Die Gartenblumen sind eigentlich die Nachzügler. Trotzdem, was wäre ein Garten ohne sie? Schließlich kennt die Vielfalt der Blüten kaum Grenzen.

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Die Rembrandt-Tulpen mit ihren mehrfarbigen Blüten erzielten während des Tulpenwahns übrigens besonders hohe Preise.
Man begeisterte sich für diese mehrfarbigen Blüten. Was damals noch niemand wusste:
Diese Pflanzen waren krank, ein Virus verursachte diese geflammten Farbverläufe.
Die heute erhältlichen Zwiebeln sind natürlich gesund und dank der Züchter mit geflammtem Muster zu haben.

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Hier noch eine Bedeutung aus der Blumensprache, falls Ihr mit Tulpen beschenkt werdet:
„In meiner Liebe zu Dir fühle ich mich im siebten Himmel!“

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4 Kommentare zu “Tulpenzwiebeln mit Geschichte

    • Den Wert dieser Kostbarkeiten können wir uns tatsächlich nicht mehr vorstellen. Aber das, was wir für 1,99 im Supermarkt kaufen können, hat mit „echten“ Tulpen auch nicht mehr viel zu tun. Einen schönen Sonntag und liebe Grüße, Gaby

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    • Stimmt. Immer die gleichen Farben und Formen. Und meisten lässt die Qualität zu wünschen übrig. Jetzt, zum Ende der Saison, kommt die qualitativ deutlich bessere Freilandware zum Verkauf. Einen erholsamen Sonntag und liebe Grüße, Gaby

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