Deko/Natur

Muscheln

Ihr Lieben, das neue Bücherregal steht. Das alte hat ausgedient. Jetzt ging es ans Umräumen, Umsortieren, Stöbern, Ausmisten, Neuentdecken von Altem.  Bücher in die Hand nehmen, durchblättern, anlesen – eine gute Beschäftigung für Tage, an denen man bei geschlossenen Fensterläden lieber drinnen bleibt. Oder für verregnete Sonntage. Eine der Wiederentdeckungen war das kleine Büchlein mit chinesischen Weisheiten. Kennt ihr „Der Kampf von Schnepfe und Muschel“?

Muscheln 1

Zum Ende der „Zeit der streitenden Reiche“ (ca. 475 bis 220 v.Chr.) waren die sieben grossen chinesischen Reiche in ständige Feindseligkeiten und einen gnadenlosen Kampf um Vorherrschaft verstrickt. Bereits seit einiger Zeit plante König Hui, Herrscher von Zhao, das Königreich Yan zu überfallen. Aber einer seiner Berater, Su Dai, konnte ihn davon überzeugen, dass dies keine gute Idee sei – und so schickte König Hui anstelle seiner Soldaten seinen Berater, um auch den König von Yan davon zu überzeugen, Frieden zu wahren.
Als er zum König von Yan vorgelassen wurde, sprach Su Dai zu ihm:“ Grosser König, mein Weg zu seiner Majestät führte mich heute morgen an einem Fluss vorbei. Am Ufer des Flusses lag eine grosse Muschel, ihre beiden Schalen waren weit geöffnet um die wärmenden Sonnenstrahlen aufzunehmen. Und noch bevor ich meinen Weg fortsetzen konnte, kam eine Schnepfe daher, sah die Muschel und stürzte sich auf die verlockende Mahlzeit. Im gleichen Moment schnappten die Schalen der Muschel zu und der Schnabel der Schnepfe steckte fest. Die Schnepfe versuchte daraufhin, die Muschel abzuschütteln, woraufhin sich die Muschel nur noch fester schloss. Zwei Stunden lang beobachtete ich das Treiben, aber weder Schnepfe noch Muschel konnte die missliche Lage zum eigenen Vorteil verbessern. Sicherlich wären der Muschel wohl nach ein oder zwei regenlosen Tagen die Kräfte geschwunden – wenn nicht die Schnepfe ihre Kräfte ohne Wasser und Nahrung schon vorher verlassen würden. Aber, Majestät, schliesslich kam noch ein Fischer den Fluss entlang und sammelte beide, Muschel und Schnepfe, einfach und ganz ohne Mühe vom Strand auf. Grosser König, ich fürchte nun dass Zhao und Yan das Schicksal von Muschel und Schnepfe teilen, während das grosse Königreich von Qin es dem Fischer gleichtun könnte.“ Der König von Yan verstand und wahrte ebenso wie der König von Zhao den Frieden.

Muscheln 2

Die Strandbilder stammen von unserem letzten Nordsee-Urlaub.
Schnepfen gab es dort nicht, nur Möwen.

Muscheln 3

Muscheln 4

Mit geschenkten und mitgebrachten Muscheln lassen sich zur Zeit im Garten…

Vogelbrunnen Kopie

Muschelkörbchen

…und im Haus schöne Momente schaffen…

Seestern

Porzellanmuschel

DSC06913

…die an Urlaub erinnern. Ein wenig Geduld müssen wir nämlich noch haben, bis auch wir dran sind.

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7 Kommentare zu “Muscheln

  1. Eine schöne Geschichte. Die Chinesen haben uns viel voraus.
    Wenn ich mein Arbeitszimmer in einem Jahr ausmiste, stehe ich sicher vor Herausforderungen. Ich kann mich so schwer trennen…
    Liebe Grüße 🙂

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